Welche Dörrtechniken gibt es?

Das Dörren entzieht dem Dörrgut langsam und schonend das Wasser und macht es somit lange haltbar ganz ohne chemische Zusatzstoffe. Bei der Trocknung der verschiedenen Lebensmittel durch das Dörren werden verschiedenen Techniken unterschieden. Die geläufigsten Dörrtechniken – angefangen von der Lufttrocknung bis hin zum bequemen Dörren im Dörrautomaten – werden im Folgenden näher erläutert.

Welche Dörrtechniken gibt es?

Die Wahl der passenden Dörrtechnik hängt dabei z. B. ab von der Menge der zu dörrenden Lebensmittel und der dazu notwendigen Kapazitäten, der räumlichen Gegebenheiten und den zur Verfügung stehenden Wärmequellen. Folgende vier Dörrtechniken bieten sich je nach Zweck und Situation konkret an:

  • Lufttrocknung
  • Trockenschrank
  • Backofen
  • Dörrautomat

Lufttrocknung

vegetable-656522_640Die älteste und zugleich einfachste Dörrtechnik ist das Trocknen der Nahrung an der Luft. Schon früher zog man das Dörrgut an Schnüre auf oder legte es an einen schattigen Platz zum Trocknen. Auch kann das vorbereitete Obst oder Gemüse auf einem Sieb oder einem Gitter verteilt werden, um es dann der trockenen Umgebungsluft auszusetzen. Kräuter hingegen kann man zusammenbinden und mit den Blüten nach unten aufhängen. Wichtig beim Trocknen in der Luft ist, dass das Dörrgut nicht der prallen Sonne ausgesetzt ist und zudem eine ausreichende Luftzirkulation vorhanden ist. Besonders gut eignen sich hierfür ein Keller, ein Dachboden oder ein Schuppen im Garten, sofern diese Orte staubfrei, warm und gut durchlüftet sind.

Vorteile:

  • Einfach, da keine Hilfsmittel benötigt werden
  • Günstig, da keine elektrische Energie notwendig

Nachteile:

  • Abhängig von Außentemperaturen
  • Oft keine gleichmäßige und ausreichende Luftzirkulation
  • Räumliche Gegebenheiten müssen zur Verfügung stehen

Trockenschrank

Eine weitere tolle Möglichkeit des Dörrens ist die Trocknung des Dörrguts in einem dafür konstruierten Trockenschrank. Diese Dörrtechnik lohnt sich besonders dann, wenn nicht nur hin und wieder, sondern über das ganze Jahr hinweg Obst und Gemüse getrocknet werden soll. Ein Dörrschrank kann dabei selbst hergestellt oder fertig gekauft werden. Die meisten Trockenschränke ähneln sich dabei in der Bau- und Funktionsweise: Sie sind über mehrere Etagen hoch und besitzen an den Innenseiten Leisten, auf denen die Siebe platziert werden. Der Boden des Trockenschranks ist dabei immer offen, damit die Luft von unten nach oben aufsteigen kann und somit für eine Luftzirkulation gesorgt ist. Um die Trockenleistung zu erhöhen, kann am Boden eine zusätzliche Wärmequelle oder ein Gebläse, wie z. B. ein kleiner Heizlüfter, eingesetzt werden. Auch können bereits vorhandene Wärmequellen, wie etwa ein in der näher stehender Ofen oder eine Heizung verwendet werden. Ganz ohne Strom kommen hingegen die sogenannten Sonnengötter aus. Hierbei handelt es sich um Trockenschränke, die draußen platziert werden und die Sonnenenergie als Heizquelle nutzen. Die verdunstete Luft strömt hierdurch direkt nach draußen in die Außenumgebung.

Vorteile:

  • Großen Mengen können gedörrt werden
  • Langfristiger Einsatz möglich
  • Nutzung verschiedener Wärmequellen möglich 

Nachteile

  • Aufwändig in der Herstellung
  • Anschaffung meist recht teuer

Backofen

Auch im Backofen können Nahrungsmittel gedörrt werden. Vorteilhaft bei dieser Dörrtechnik ist, dass der Backofen auf die jeweilige Temperatur eingestellt werden kann und diese Temperatur konstant hält. Das führt zu einem gleichmäßigen Dörrvorgang. Um für eine ausreichende Luftzirkulation u sorgen, sollte die Backofentür einen kleinen Spalt geöffnet bleiben, sofern der Ofen nicht über eine Umluftfunktion verfügt. Als Grundlage zum Belegen des Dörrguts sollte möglichst ein Rost verwendet werden. Backbleche blockieren nämlich die Zirkulation und verlangsamen den Dörrprozess. Bei einer oft notwendigen Trocknungszeit von teilweise bis zu 14 Stunden wird beim Dörren im Backofen allerdings viel Energie verbraucht.

Vorteile:

  • Temperatur einstellbar
  • Konstante Wärme

Nachteile:

  • Hohe Energiekosten
  • Der Ofen ist für die Zeit des Dörrens blockiert

Dörrautomaten

Dörrautomat

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Als weitere Dörrtechnik gibt es Dörrautomaten, die für den Haushaltsgebrauch konzipiert sind. Ein Dörrautomat eignet sich besonders gut, wenn man unabhängig sein möchte von Einflüssen wie der Außentemperatur bei der Lufttrocknung oder wenn das Dörren mit einem Trockenschrank einfach zu überdimensioniert ist. Ein Dörrautomat besteht dabei grundsätzlich aus einem Heizelement und einem Gebläse und sorgt für eine optimale Zirkulation der Luft. Das Dörrgut wird dabei gleichmäßig über mehrere Lagen verteilt und durch die von unten aufströmende Luft gleichmäßig getrocknet. Dörrautomaten gibt es dabei in verschiedenen Größen, Ausstattungen und Preisen. Für diejenigen, die zuvor noch keine Erfahrung mit dem Dörren von Nahrungsmitteln gemacht haben und das einfach mal ausprobieren wollen, eignen sich die günstigen Allrounder-Dörrautomaten.

Vorteile:

  • Individuelle Temperatureinstellung
  • Optimale Luftzirkulation
  • Stromsparender als das Dörren im Ofen

Nachteile:

  • Abhängig vom jeweiligen Modell

Fazit:

Dörrtechniken gibt es viele: Schon früher nutzten die Menschen die Luft zum Trocknen von Lebensmitteln. Diese wurden an einen schattigen Platz gelegt oder aufgeschnürt und aufgehängt. Bei der Lufttrocknung ist man allerdings angewiesen auf beständiges, trockenes Wetter. Auch darf das Dörrgut nicht der direkten Sonne ausgesetzt werden. Diese Nachteile gleich ein Dörrschrank aus. Er eignet sich für größere Mengen und ist das ganze Jahr über einsatzfähig. Der Bau eines Trockenschranks ist aber mit erhöhtem Aufwand – sowohl handwerklich als auch finanziell – verbunden. Für gelegentliches Dörren eignet sich zwar auch ein Backofen. Dieser verbraucht aber enorme Energie, da das Dörren mehrere Stunden dauert. Für den Hausgebrauch eignen sich Dörrautomaten besonders gut: Sie sorgen für eine optimale Temperatur und Luftzirkulation, sind stromsparender als das Dörren im Backofen und leicht zu bedienen.