Was bedeutet dörren?

Gedörrte Lebensmittel gibt es zwar fertig zubereitet zu kaufen, doch selbst gedörrtes Obst und Gemüse schmeckt meist nicht nur intensiver, sondern Sie wissen auch, wie es hergestellt wurde. Gedörrte Lebensmittel enthalten keine Zusatzstoffe und bleiben durch den Wasserentzug naturbelassen. Doch was genau geschieht beim Dörren und wie wird den Früchten das Wasser entzogen, ohne dass wichtige Nährstoffe verloren gehen? Wie das Prinzip des Dörrens funktioniert, möchten wir in folgendem Artikel ausführlich erklären.

Was bedeutet Dörren?

Dörren

© womue – Fotolia.com

Frische Lebensmittel wie Obst und Gemüse verfügen über einen hohen Anteil an Wasser (ca. 80 – 90 %) und bieten Mikroorganismen somit eine gute Grundlage zur Vermehrung. Werden diese Lebensmittel nicht zeitnah aufgebraucht, tritt der Gärungsprozess ein und die Lebensmittel werden ungenießbar. Wir alle kennen dieses Problem sicherlich vom angefaulten Apfel, der zu lange in der Obstschale gelegen hat. Dieser Gärungsprozess soll nun durch jegliche Form der Konservierung aufgehalten werden, indem diesen Lebensmitteln Feuchtigkeit entzogen wird. Und eine sehr schonende Möglichkeit hierbei ist der Entzug des Wassers durch das Dörren. Bei vielen Dörrverfahren verdunstet die Feuchtigkeit an der Oberfläche der Frucht durch vorbeiziehende, warme Luft. Weitere Feuchtigkeit tritt aus der Frucht hervor und wird ebenso durch die vorbeiströmende warme Luft nach außen getragen. Dieser Prozess wiederholt sich je nach Frucht so oft, bis das Wasser größtenteils aus der Frucht entzogen ist. Das Ziel beim Dörren besteht also darin, dem Produkt möglichst viel Wasser zu entziehen, um eine Bildung von Keimen, die den Gärprozess einleiten, zu verhindern und diese Lebensmittel schonend haltbar zu machen. Durch den Dörrprozess werden die Aromastoffe konzentriert und die Nährstoffe, Mineralien und Vitamine bleiben erhalten.

Bedingungen für das Dörren

Um den Lebensmitteln Wasser entziehen zu können, muss also für eine warme und zugleich strömende Luft gesorgt werden. Die Feuchtigkeit aus den Früchten muss aufgenommen werden nach außen abziehen können. Zudem muss frische, trockene Luft nachfolgen können um den Kreislauf des durchgehenden Wasserentzugs aufrecht zu erhalten. Notwendig ist daher eine Zirkulation der Luft. Für diesen Prozess eignen sich Dörrautomaten optimal, da sie für einen gleichmäßigen, warmen Luftstrom sorgen. Um den Dörrvorgang mit einem Dörrautomaten zu unterstützen, sollte dieser dabei möglichst in einem Raum mit niedriger Luftfeuchtigkeit stehen. Ungeeignet sind daher die Küche, das Badezimmer oder räume mit vielen Pflanzen.

Schonend und richtig Dörren

DörrenDie Temperatur beim Dörren spielt eine wichtige Rolle. Wird bei einer zu hohen Temperatur gedörrt, gehen wichtige Inhaltsstoffe verloren, die Fruchtoberfläche fängt an zu bersten und der Geschmack verändert sich zum Nachteil. Eine zu niedrige Temperatur hingegen kann dazu führen, dass zu wenig Wasser verdunstet und das Dörrgut anfängt zu schimmeln. Die optimalen Dörrtemperaturen liegen demnach zwischen 30 und 60 Grad Celsius. Sowohl die Temperatur als auch die Dauer des Dörrprozesses sind dabei abhängig von Faktoren wie Fruchtart, Sorte, Größe und Dicke sowie des Wassergehalts des zu dörrenden Obst oder Gemüse. Frisch geerntete Lebensmittel weisen z. B. einen höhen Wassergehalt auf, als Lebensmittel die bereits gelagert und somit schon vorgetrocknet sind.

Was kann man dörren?

Viele Menschen verbinden mit dem Dörren lediglich getrocknete Apfelringe oder Bananenchips. Beschäftigt man sich aber etwas intensiver mit diesem Thema, so ergeben sich durchaus größere Möglichkeiten. Schließlich ist das jede Obst- und Gemüsesorte, sowie Pilze und Kräuter durch das Dörren auf schonende Weise haltbar zu machen. Folgende Lebensmittel kann man dörren:

  • Obst
  • Gemüse
  • Pilze
  • Kräuter
  • Körner
  • Nüsse
  • Fisch
  • Fleisch

Dörrgut – Vielseitige Verwendungsmöglichkeiten

Wie bereits oben erwähnt, lässt sich eine Vielzahl von verschiedenen Lebensmitteln dörren und somit haltbar machen. Hier möchten wir nochmal aufführen, welche Möglichkeiten Sie haben, das Dörrgut zu verzehren oder zu verarbeiten.

Pur verzehren

Dörrobst enthält viele wichtige Mineralstoffe, Vitamine und Fruchtzucker. Es eignet sich somit optimal als gesunder Snack für unterwegs (z. B. beim Wandern) oder einfach als Studentenfutter zur Energiezufuhr

Als Pulver verarbeiten

Besonders praktisch ist die Weiterverarbeitung des Dörrguts zu Pulver. So lassen sich aus dem Dörrgut Gemüse- oder Würzpulver herstellen und diese zum Würzen von Suppen nutzen. Auch getrocknete Pilze in Form von zerkleinertem Pulver sind hervorragend zum Intensivieren des Geschmacks eines Gerichts oder einer Soße, ganz ohne künstliche Geschmacksverstärker

Erneute Zugabe von Wasser

Das Dörren biete sich auch gut dazu an, die Lebensmittel nur für eine bestimmte Dauer haltbar zu machen, um es zu einem späteren Zeitpunkt wieder in der ursprünglichen Form verarbeiten. So können z. B. die frisch geernteten Tomaten gedörrt und haltbar gemacht werden, um sie zu einem späteren Zeitpunkt und bei Bedarf in einer Suppe verarbeiten zu können

Tee

Aus getrockneten Kräutern, Wurzeln und Hölzern lassen sich wunderbar Tees zubereiten, die man bei richtiger Lagerung das ganze Jahr über genießen kann.

Als Snack

Der Kreativität sind beim Dörren keine Grenzen gesetzt: So können Sie im Dörrautomaten aus Körnern, Nüssen oder Obst leckere Cracker oder Riegel erstellen, die wertvolle Energie liefern und eine vitale Ernährungsweise unterstützen. Auch Fruchtleder kann aus verschiedensten Obstsorten erstellt werden und sind besonders bei Kindern eine willkommene und zudem gesunde Alternative zum herkömmlichen Nachtisch


Fazit:

Das Dörren ist eine der ältesten und zugleich schonendsten Methode zur Konservierung von Lebensmitteln. Das Ziel des Dörrens besteht darin, den Lebensmitteln so viel Wasser wie möglich zu entziehen, um damit den Gärungsprozess und den Verderb durch Mikroorganismen aufzuhalten. Gegenüber anderen Methoden der Konservierung hat das Dörren z. B. den Vorteil, dass keine weiteren Zutaten, wie z. B. Schwefel notwendig sind. Das macht das Dörrgut naturbelassen und durch den Wasserentzug wird das Dörrgut kleiner, leichter und eignet sich gut zum Lagern und Transportieren. Eine wichtige Bedingung für das Dörren ist dabei eine warme und zugleich strömende Luft, um die Feuchtigkeit des Dörrguts aufnehmen zu können und diese nach außen zu tragen. Für eine solche notwendige Luftzirkulation eignen sich besonders gut Dörrautomaten. Die optimale Dörrtemperatur liegt bei den meisten Lebensmitteln zwischen 30 und 70 Grad und hängt dabei u.a. ab von der Lebensmittelsorte und Größe. Wer sich bewusst mit dem Dörren befasst, stoßt auf viele abwechslungsreiche Möglichkeiten zum Verzehr und Weiterverarbeitung des Dörrguts und tut seiner Ernährungsweise dabei noch etwas Gutes.